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Zum ersten Mal findet in Wuppertal am 22. September der Autofreie Tag statt. Bereits seit 1995 existiert dieser Tag, an dem die Bürger aufgerufen werden, das Auto stehen zu lassen und mit Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuss ihren Tag zu bestreiten. In Wuppertal findet der Autofreie Tag unter Federführung der Bürgerschaft statt, da sich die Stadt, bzw. der Stadtrat, (noch) nicht dazu durchringen konnte, einen solchen Tag auszurichten. Zahlreichen Initiativen (ADFC Wuppertal / Solingen, AStA Wuppertal, IG Fahrradstadt Wuppertal, Der Grüne Weg, UtopiastadtRad, Wuppertalbewegung, Talradler.de und viele mehr) haben sich in einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen um gemeinsam für einen Autoverzicht zu werben.

Dabei geht es nicht darum Autofahrende zu missionieren, sondern darum diesen Tag als Anlass zu nehmen um die Stadt neu zu entdecken. Entstanden ist das Ganze durch eine Initiative der Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Nord und des Gymnasiums Bayreuther Straße. Im Rahmen eines Workshops erarbeiteten sie Ideen und Konzepte zur Nachhaltigkeit und präsentierten ihre Ergebnisse dem Oberbürgermeister Andreas Mucke und der Öffentlichkeit. Unter anderem forderten die Schülerinnen und Schüler einen autofreien Tag in Wuppertal. Aus diesem Wunsch entstand die Idee den Autofreien Tag erstmals in Wuppertal zu veranstalten.

Innerhalb von wenigen Wochen erarbeiteten die beteiligten Organisationen ein ausführliches Programm, Oberbürgermeister Andreas Mucke übernahm die Schirmherrschaft. Seit letzten Donnerstag läuft die Werbetrommel, von der Pressemitteilung über die Facebook-Seite (für die ich und meine Mitstreiter drei neue Videos produziert habe) bis hin zur Flyern und Plakaten, informieren die verschiedenen Institutionen über die geplanten Aktionen. Zugegeben: Es ist eine ganze Menge Arbeit, deshalb freut es mich sehr, dass – in typischer Wuppertaler Manier – verschiedenste Akteure der Zivilgesellschaft zusammen kommen, gemeinsam arbeiten und mit gutem Beispiel voran gehen.

Hier das geplante Programm für den 22. September in der Übersicht:

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So sieht das also aus, wenn Straßen NRW eine Straße saniert: Auf der Fahrbahn feinster Asphalt, mit besten Rolleigenschaften. Auf dem Rad- und Fussweg: Betonplatten, die von der ehemaligen Trabant-Teststecke in Zwickau stammen könnten. Immerhin: Besonders beschädigte Platten wurden teilweise ausgebessert. Zu finden ist das Ganze auf der L419 zwischen Erbschlöer Straße und der Blombachtalbrücke. Auf beiden Seiten ist der Rad- und Fussweg benutzungspflichtig.

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Auf der Wuppertaler Nordbahntrasse wird am Wichlinghauser Viadukt die Baustellenbeschilderung nachgebessert. Nachdem gestern die Fahrt über das Viadukt, durch die Beschilderung mit Zeichen „254“ zwischenzeitlich verboten wurde, ist nun das legale Befahren wieder möglich. Bei einem Ortstermin mit Verkehrsmister Groschek und Oberbürgermeister habe ich bereits auf die problematische Verkehrsführung hingewiesen. Bereits gestern wies die Stadt auf ihrer Webseite darauf hin, dass während der Bauphase das Befahren des Wichlinghauser Viadukt erlaubt sei. Nur über die Behelfsbrücke müsste das Rad ca. 50 Meter geschoben werden. Bis die Behelfsbrücke fertig installiert ist, wird noch etwas Zeit vergehen. Bis dahin werde ich schauen, ob es nicht noch eine bessere Lösung für die Brücke realisierbar ist (Mir schwebt eine Beschilderung „Fussweg + Radfahrer frei“ vor).

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Seit über fünf Jahren, länger noch als die Critical Mass Wuppertal, dreht die Critical Mass in Essen ihre Runden. Am vergangenem Freitag war es wieder soweit. Die 70. Auflage der Fahrt stellte allerdings laut Polizei Essen (Selbstbeschreibung: „Garant für die Sicherheit im Straßenverkehr„), eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung dar. Was war anders? Laut verschiedenen Teilnehmern: Nichts. Da ich selber nicht vor Ort war, verweise ich auf die Webseite von VeloCity-Ruhr und den Facebook-Auftritt der Critical Mass Essen. Die nächste CM in Essen findet übrigens, laut Facebook-Event, am 9. September statt.

 

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Lange haben wir in der Fahrradstadt Wuppertal über die endgültige Beschilderung im Bereich des Bergischen Plateaus gerätselt. Wird der schmale Asphaltstreifen zwischen dem „Trassenende“ am Wichlinghauser Bahnhof und der Straße Am Diek etwa benutzungspflichtig?  Und: Wie schnell darf auf der Luhnsstraße bzw. der Dr.-Kurt-Herberts-Straße gefahren werden? Seit Wochenbeginn gibt es langsam Gewissheit: Der Asphaltstreifen neben den Straßen bleiben den Fussgängern vorbehalten, Radfahrende sind dort nur geduldet und müssen sich dem Fussverkehr unterordnen. Das gilt auch für den Übergang zwischen Luhnsstraße und Dr.-Kurt-Herberts-Straße.
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Dafür können Radfahrende die Luhnsstraße und Dr.-Kurt-Herberts-Straße gefahrenfrei mitbenutzen. Beide Straßen werden in einen verkehrsberuhigter Bereich umgewandelt. Damit einhergehend ist auch klar, dass eine Benutzungspflicht für den Asphaltstreifen verkehrsrechtlich nicht in Frage kommen kann. Schöner Nebeneffekt: Das wilde Parken auf der Südseite der Luhnsstraße gehört erstmal der Vergangenheit an, da in verkehrsberuhigten Bereichen das Parken außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen unzulässig ist.

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Meiner Meinung nach, ist die jetzt gefundene Lösung mit das Beste, was sich aus der bestehenden Situation machen ließ. Der Fehler war sicherlich die Planung und der Bau der vorhandenen Infrastruktur vor drei Jahren, die den Anforderungen der Nutzer (vor allem: der Masse der Nutzer) nicht gerecht wird. Der gesamte Bereich zwischen dem Wichlinghauser Bahnhof und der Trassenfortführung kurz vor der Wittener Straße ist und bleibt, im Vergleich der übrigen Nordbahntrasse, ein mittelmäßiger Kompromiss. Die Widmung als „Spielstraße“ entlastet allerdings, insbesondere zu Stoßzeiten, den Asphaltstreifen, wobei auch heute schon viele Radfahrende die Fahrbahn benutzen. Als (freigegebener) Fussweg reicht der Asphaltstreifen aber völlig aus, allerdings würde ich mir gerade für den Übergang zwischen Luhnsstraße und Dr.-Kurt-Herberts-Straße mittelfristig eine Verbreiterung wünschen.

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Seit genau zwei Jahren ist Wuppertals zentraler Verkehrsknoten gesperrt. Noch bis 2017 werden die Bauarbeiten für die Stadtautobahn an der tiefergelegten B7 noch dauern. Nach Ende der Bauarbeiten wird der Individualverkehr über neun Fahrspuren, der Radverkehr über einen, dem neusten Stand der Technik unzureichenden, Zwei-Richtungs-Radweg geführt. An der zentralen Kreuzung wird die Querung der Fahrbahnen nicht in einem Zug, sondern nur durch Warten auf der Mittelinsel möglich sein. Jenseits des Walls und der Kluse endet die Infrastruktur unvermittelt. Unterm Strich: Radverkehrsinfrastruktur aus dem Geschichtsbuch.

Das die Radverkehrsanlagen am neuen Döppersberg als unzureichend zu bezeichnen sind, war durchaus gewollt. So bat im März 2004 der Vorsitzende des Wuppertaler Verkehrsausschusses die Planer,  den Knotenpunkt Döppersberg nicht durch Radfahrende „zusätzlich zu belasten“. Seitdem ist allerdings viel passiert: Die Wuppertalerinnen und Wuppertaler haben das Rad als Verkehrsmittel entdeckt, der Radverkehrsanteil steigt und am neuen Döppersberg soll nun ein „Radhaus“ entstehen. Leider wird die dort entstehende Infrastruktur nicht in der Lage sein, die entsprechende Radverkehrsmenge aufzunehmen.

Ähnlich schlecht sieht es für den ÖPNV aus. In der „endgültigen Verkehrsplanung“ sind im Bereich des ehemaligen Fussgängertunnels keine Busspuren zu finden und durch den Wegfall der Busrampe müssen Busse, die vom neuen Busbahnhof in die Südstadt fahren, drei Ampelanlagen mehr durchfahren.  Es liegt auf der Hand, dass nach Abschluss der Arbeiten Wege gefunden werden müssen, diese offensichtlichen Mängel zu beseitigen.

Neben diesem Blick in die Zukunft, lohnt es sich allerdings auch in die jüngste Vergangenheit zu schauen. Die Sperrung war z.B. Anlass für mich eine siebenteilige Videoreihe zum Thema Radfahren in Wuppertal zu produzieren. Damals war die Nordbahntrasse noch nicht durchgängig befahrbar, dadurch spielt sie in den Videos nur eine untergeordnete Rolle.

Hier eine kurze Auswahl von Videos aus den letzten Tagen des alten Döppersbergs.

 

Cruisin‘ Döppersberg 
Der Kurzfilm vom ersten Sperrungstag nahm beim Internationalen Fahrradfilm-Festival und am Bürgermedienpreis 2014 teil.

Die letzte Zeitrafferaufnahme des alten Döppersbergs. Zwei Tage vor der Sperrung

Wirklich vermissen wird die Harnröhre wohl niemand. Dieses Video zeigt den Zustand, in dem der Fussgängertunnel zuletzt sein dasein fristete.